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Malabrigo Matriarch

Geschrieben in Gestrickt,Tücher & Schals von Rebekka am 19 August 2010

Meine Schwiegerfamilie ist matriarchisch organisiert. Die Damen geben den Ton an und ganz oben lenkt und waltet die Schwiegeroma. “Die weiß es ja auch am besten” sagt der Gatte und da hat er vermutlich recht.

Die Schwieger-Oma hat mir ihre Wollbestände vermacht, die bei ihr im Keller schlummerten. Da waren ein paar echte Schätzchen dabei – ganz feines Kidmohair und schöne Viskose-Leinen-Mischungen. Ein paar andere Sachen sind echte Raritäten: DDR-Wolle aus Zellulose, wasserabweisende Schurwolle und ähnliches. Die Zellulose behalte ich für meine Kinder zum Angucken und Staunen. Die Schurwolle wird eine Tasche, denke ich.

Zum Dank und auch einfach so weil ich es kann habe ich den Haruni (Ravelry-Link) angeschlagen. Wolle war Malabrigo Baby Lace in Violetas (Jaja, das Mützchen und das Tuch – was soll ich sagen? Ich steh auf die Farbe), Nadel Nr 4,5. Das ist ein tolles Muster, ganz ehrlich. Ich hatte soviel Spaß. Ich hab auch nur 17 Tage gebraucht.

In die Stämme der Blätter und die Umrisse der Kanten habe ich Perlen eingehäkelt. Das fand ich beim Da Vinci schon hübsch und gefällt mir immer noch. Wichtiger ist: der Schwieger-Oma gefällt es auch.

Das Photo oben ist übrigens auf der Isar-Insel gegenüber vom Deutschen Museum entstanden. Da geh ich wieder hin, da ist es nett.

Kleiner Kernel Schal

Geschrieben in Gestrickt,Tücher & Schals von Rebekka am 18 August 2010

Ich hatte zwei Knäuel zauberhafte MerinoSeta von Lang Yarns in dunkelrot und suchte nach einem passenden Projekt. Der Kernel von Bonnie Scott aus der Herbst-Knitty 2009 stand sowieso auf meiner Liste und die Garnlänge passte in etwa. Angeschlagen und auf gings. Das war ja nur ein kleines Projekt. Das würde sicherlich schnell gehen.

Ja Pustekuchen. Irgendwas an diesem simplen Lace-Muster wollte einfach nicht in mein Hirn. Ständig hatte ich Fehler und zu wenig Maschen und musste wieder aufmachen. Ich konnte den Kernel auch nicht in Gesellschaft stricken, weil ich mich a. immer konzentrieren musste und b. ständig gefragt wurde, wass denn wäre, was man denn falsch gemacht hätte, ob alles ok wäre. Das lag an meinem ununterbrochenen Grunzen, Stöhnen und Seufzen. Ohne ging es nicht.

Für das laut Muster vorgesehene Perlenband im Musterübergang hatte ich extra hübsche rosa Swarovski-Kegel gekauft. Gut wäre gewesen, hätte man auch geguckt, ob das Garn durchgeht. Ging nämlich nicht. Später hab ich mir überlegt, ich hätte auch ein dünnes Beilaufgarn nehmen können und da die Perlen draufhäkeln. Stattdesen habe ich eine Swarovskifranse später angenäht. Das sieht auch hübsch aus.

Wegen meiner begrenzten Garnmenge habe ich erst das Endmuster für oben und unten gestrickt und dann solange den Mittelteil, bis das Knäuel alle war. Insgesamt waren das 16 Wiederholungen.

Grafting oder Kitchener Stitch hatte ich vorher noch nie gemacht. Konnte aber nicht so schwer sein, dachte ich. Wie beim ganzen Kernel gab es auch hier ein freundliches “Denkste Puppe!” Beim vierten Versuch war ich kurz davor das ganze Dingen aus dem Fenster zu werfen. Dann hat es aber glücklicherweise geklappt – mit Hilfe von dutzenden Tutorien auf Youtube und knittinghelp.com und anderen.

Gestrickt wurde mit Nadel Nr. 4, MerinoSeta von LangYarns in rot und extrem viel Schweiß und Tränen.

Rotkäppchen-Jacke

Geschrieben in Babysachen,Gestrickt,Oberteile von Rebekka am 10 August 2010

Minipassionista Annika hat eine kleine Strickjacke bekommen. Das Muster ist aus der Filate Kids Spezial 4 und dasselbe, was ich für die kleine Blumenjacke benutzt habe – auch für Annika, die damals aber noch signifikant kleiner war.

Nadel Nr 5 und 3 Knäule Schoeller+Stahl Merino Kaschmir in Rotkäppchen-rot. Merino Kaschmir ist übrigens nur halb so cool, wie ich gedacht habe. Wird auch meines Wissens nicht mehr hergestellt.

Bei der Maschenprobe hab ich geschlampt, so war die Jacke deutlich breiter als hoch. Zum Glück hab ich allerdings so lange fürs Zusammennähen gebraucht, dass die Ärmel und die Schultern passten. Unten hab ich dann einfach noch was drangestrickt.

Die niedlichen Herz-Knöpfchen aus Leder sind vom Kurzwarenrausch. Kurzwarenkaufrausch, sage ich, und es ist völlig unklar, warum ich da nicht schon viel eher hingegangen bin. Beim Kurzwareneinkauf will ich einen Sparringspartner und keinen Kassierer. Beispielsweise beim Ludwig Beck hatte ich aber mal folgendes Gespräch:

Ich (Stricksachen auf die Theke legend): Ich bräuchte hierfür Knöpfe

Sie: Ja, da müssen sie mir sagen, was sie haben wollen und dann kassier ich das.

Ich: Knöpfe halt. Hab ich doch gesagt.

Sie (Hinter sich an die Wand zeigend): DA haben wir Knöpfe.

Sowas ist doof und unspannend. Ich will lieber jemanden, der auch Bock hat, eine Meinung zu haben.