Ich hatte zwei Knäuel zauberhafte MerinoSeta von Lang Yarns in dunkelrot und suchte nach einem passenden Projekt. Der Kernel von Bonnie Scott aus der Herbst-Knitty 2009 stand sowieso auf meiner Liste und die Garnlänge passte in etwa. Angeschlagen und auf gings. Das war ja nur ein kleines Projekt. Das würde sicherlich schnell gehen.
Ja Pustekuchen. Irgendwas an diesem simplen Lace-Muster wollte einfach nicht in mein Hirn. Ständig hatte ich Fehler und zu wenig Maschen und musste wieder aufmachen. Ich konnte den Kernel auch nicht in Gesellschaft stricken, weil ich mich a. immer konzentrieren musste und b. ständig gefragt wurde, wass denn wäre, was man denn falsch gemacht hätte, ob alles ok wäre. Das lag an meinem ununterbrochenen Grunzen, Stöhnen und Seufzen. Ohne ging es nicht.
Für das laut Muster vorgesehene Perlenband im Musterübergang hatte ich extra hübsche rosa Swarovski-Kegel gekauft. Gut wäre gewesen, hätte man auch geguckt, ob das Garn durchgeht. Ging nämlich nicht. Später hab ich mir überlegt, ich hätte auch ein dünnes Beilaufgarn nehmen können und da die Perlen draufhäkeln. Stattdesen habe ich eine Swarovskifranse später angenäht. Das sieht auch hübsch aus.
Wegen meiner begrenzten Garnmenge habe ich erst das Endmuster für oben und unten gestrickt und dann solange den Mittelteil, bis das Knäuel alle war. Insgesamt waren das 16 Wiederholungen.
Grafting oder Kitchener Stitch hatte ich vorher noch nie gemacht. Konnte aber nicht so schwer sein, dachte ich. Wie beim ganzen Kernel gab es auch hier ein freundliches “Denkste Puppe!” Beim vierten Versuch war ich kurz davor das ganze Dingen aus dem Fenster zu werfen. Dann hat es aber glücklicherweise geklappt – mit Hilfe von dutzenden Tutorien auf Youtube und knittinghelp.com und anderen.
Gestrickt wurde mit Nadel Nr. 4, MerinoSeta von LangYarns in rot und extrem viel Schweiß und Tränen.


