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Sitting on the Docks of the Bay Drinking Merlot

Geschrieben in Gestrickt,Kleider & Tuniken,Oberteile von Rebekka am 16 September 2010

Mein Beitrag für die Gruppe “Songs in a Season”. Der Titel war “Sitting on the Docks of the Bay”.

Ich dachte bei dem Song an Hemmingway, der scheint sich ja durch die Weltgeschichte getrunken zu haben und saß bestimmt ständig mit einem Daiquiri an einem Dock. Auf unserer Hochzeitsreise nach Kuba gab es  mindestens 40 Kneipen in Havanna, die Hemmingway als Stammgast hatten. Da muss man sich ganz schön ranhalten, wenn man auf seinen Spuren wandeln will. Madeira ist übrigens genauso schlimm. Ich mach nicht mehr in Kultur, das schadet meiner Leber.

Ähm.

Ja.

Wollmeise 100% Merino Superwash in – tada – Merlot. Wegen Hemmingway, um jetzt die Kurve zu kriegen. Nadel Nr. 4.

Das Muster ist aus der Designer Knitting Summer 2010, die leider die “alten” Ausgaben (also alle außer der aktuellen) nicht zur Verlinkung bereitstellen, mal gar nicht zu reden von den einzelnen Mustern. Es ist aber das Sun Dress 22 (Ravelry Link) von Alice Halbeisen.

Saum und Ausschnitt habe ich eine Picotkante gestrickt, statt dem Perlmuster. Ich fand, das Kleid hatte etwas Spiel verdient. Außerdem fand ich ein Satinband unter der Büste hübsch, das setzt auch das Spitzenmuster sehr schön ab. Ah. Spitzenmuster. Reminds me: Immer was drunter ziehen!

Die Photos haben wir im Dänemark-Urlaub gemacht. Ich hatte mir eigentlich vorgestellt, wie lustig das wäre, würde ich in dem Kleid ein bißchen herumspringen. So vogelfrei und unbeschwert. Hab ich auch gemacht. Würde ich hier auch posten, wenn ich wollte, dass Unterhosenphotos von mir kursieren. Das Kleidchen ist schon arg kurz. Ich denke, im Alltag werde ich eine Jeans oder Leggins drunterziehen.

Hier übrigens noch ein Making-Off-Photo mit angemessen gelangweiltem Model und hektisch aus dem Bild sprintender Stylistin.

Malabrigo Matriarch

Geschrieben in Gestrickt,Tücher & Schals von Rebekka am 19 August 2010

Meine Schwiegerfamilie ist matriarchisch organisiert. Die Damen geben den Ton an und ganz oben lenkt und waltet die Schwiegeroma. “Die weiß es ja auch am besten” sagt der Gatte und da hat er vermutlich recht.

Die Schwieger-Oma hat mir ihre Wollbestände vermacht, die bei ihr im Keller schlummerten. Da waren ein paar echte Schätzchen dabei – ganz feines Kidmohair und schöne Viskose-Leinen-Mischungen. Ein paar andere Sachen sind echte Raritäten: DDR-Wolle aus Zellulose, wasserabweisende Schurwolle und ähnliches. Die Zellulose behalte ich für meine Kinder zum Angucken und Staunen. Die Schurwolle wird eine Tasche, denke ich.

Zum Dank und auch einfach so weil ich es kann habe ich den Haruni (Ravelry-Link) angeschlagen. Wolle war Malabrigo Baby Lace in Violetas (Jaja, das Mützchen und das Tuch – was soll ich sagen? Ich steh auf die Farbe), Nadel Nr 4,5. Das ist ein tolles Muster, ganz ehrlich. Ich hatte soviel Spaß. Ich hab auch nur 17 Tage gebraucht.

In die Stämme der Blätter und die Umrisse der Kanten habe ich Perlen eingehäkelt. Das fand ich beim Da Vinci schon hübsch und gefällt mir immer noch. Wichtiger ist: der Schwieger-Oma gefällt es auch.

Das Photo oben ist übrigens auf der Isar-Insel gegenüber vom Deutschen Museum entstanden. Da geh ich wieder hin, da ist es nett.

Kleiner Kernel Schal

Geschrieben in Gestrickt,Tücher & Schals von Rebekka am 18 August 2010

Ich hatte zwei Knäuel zauberhafte MerinoSeta von Lang Yarns in dunkelrot und suchte nach einem passenden Projekt. Der Kernel von Bonnie Scott aus der Herbst-Knitty 2009 stand sowieso auf meiner Liste und die Garnlänge passte in etwa. Angeschlagen und auf gings. Das war ja nur ein kleines Projekt. Das würde sicherlich schnell gehen.

Ja Pustekuchen. Irgendwas an diesem simplen Lace-Muster wollte einfach nicht in mein Hirn. Ständig hatte ich Fehler und zu wenig Maschen und musste wieder aufmachen. Ich konnte den Kernel auch nicht in Gesellschaft stricken, weil ich mich a. immer konzentrieren musste und b. ständig gefragt wurde, wass denn wäre, was man denn falsch gemacht hätte, ob alles ok wäre. Das lag an meinem ununterbrochenen Grunzen, Stöhnen und Seufzen. Ohne ging es nicht.

Für das laut Muster vorgesehene Perlenband im Musterübergang hatte ich extra hübsche rosa Swarovski-Kegel gekauft. Gut wäre gewesen, hätte man auch geguckt, ob das Garn durchgeht. Ging nämlich nicht. Später hab ich mir überlegt, ich hätte auch ein dünnes Beilaufgarn nehmen können und da die Perlen draufhäkeln. Stattdesen habe ich eine Swarovskifranse später angenäht. Das sieht auch hübsch aus.

Wegen meiner begrenzten Garnmenge habe ich erst das Endmuster für oben und unten gestrickt und dann solange den Mittelteil, bis das Knäuel alle war. Insgesamt waren das 16 Wiederholungen.

Grafting oder Kitchener Stitch hatte ich vorher noch nie gemacht. Konnte aber nicht so schwer sein, dachte ich. Wie beim ganzen Kernel gab es auch hier ein freundliches “Denkste Puppe!” Beim vierten Versuch war ich kurz davor das ganze Dingen aus dem Fenster zu werfen. Dann hat es aber glücklicherweise geklappt – mit Hilfe von dutzenden Tutorien auf Youtube und knittinghelp.com und anderen.

Gestrickt wurde mit Nadel Nr. 4, MerinoSeta von LangYarns in rot und extrem viel Schweiß und Tränen.

Rotkäppchen-Jacke

Geschrieben in Babysachen,Gestrickt,Oberteile von Rebekka am 10 August 2010

Minipassionista Annika hat eine kleine Strickjacke bekommen. Das Muster ist aus der Filate Kids Spezial 4 und dasselbe, was ich für die kleine Blumenjacke benutzt habe – auch für Annika, die damals aber noch signifikant kleiner war.

Nadel Nr 5 und 3 Knäule Schoeller+Stahl Merino Kaschmir in Rotkäppchen-rot. Merino Kaschmir ist übrigens nur halb so cool, wie ich gedacht habe. Wird auch meines Wissens nicht mehr hergestellt.

Bei der Maschenprobe hab ich geschlampt, so war die Jacke deutlich breiter als hoch. Zum Glück hab ich allerdings so lange fürs Zusammennähen gebraucht, dass die Ärmel und die Schultern passten. Unten hab ich dann einfach noch was drangestrickt.

Die niedlichen Herz-Knöpfchen aus Leder sind vom Kurzwarenrausch. Kurzwarenkaufrausch, sage ich, und es ist völlig unklar, warum ich da nicht schon viel eher hingegangen bin. Beim Kurzwareneinkauf will ich einen Sparringspartner und keinen Kassierer. Beispielsweise beim Ludwig Beck hatte ich aber mal folgendes Gespräch:

Ich (Stricksachen auf die Theke legend): Ich bräuchte hierfür Knöpfe

Sie: Ja, da müssen sie mir sagen, was sie haben wollen und dann kassier ich das.

Ich: Knöpfe halt. Hab ich doch gesagt.

Sie (Hinter sich an die Wand zeigend): DA haben wir Knöpfe.

Sowas ist doof und unspannend. Ich will lieber jemanden, der auch Bock hat, eine Meinung zu haben.

Baby, Be Cool!

Geschrieben in Gestrickt,Oberteile von Rebekka am 25 Mai 2010

Be Cool ist ein Film von 2005 mit John Travolta und Uma Thurman. (Natürlich tanzen die beiden! Was für eine Frage!) In dem Sequel zu Schnappt Shorty trägt Uma Thurman in einer Szene eine grüne Strickjacke mit Kapuze.

Meiner Recherche nach lässt sich weder die Jacke noch das Strickmuster irgendwo kaufen.

Diese Jacke war aber der Herzenswunsch meiner lieben Freundin Jolyne, daher habe ich mit vielen Photos, diversen Slow-Mo Wiederholungen der relevanten Szenen und ein bißchen Hirnschmalz die Jacke nachgestrickt. Das ist mein erstes Werk ohne Muster und Strickschrift zum dran Festhalten und ich bin schwer stolz. Es sieht doch fast aus, wie das Original, oder nicht?

Gestrickt mit Lana Grossa Bingo in Kiwi von Junghans Wolle und Nadelstärke 5. Genaue Notizen finden sich in meinem Ravelry-Account.

Zum Stricken nur so viel: Ich habe mir eine Strickjacke von Drops Design gesucht, die mit ein bißchen Phantasie so ähnlich aussah wie Umas Jacke. Ich hab in einem Stück gestrickt, also die Vorderteile und das Rückenteil in einem durch. Auf Höhe der Taille habe ich einen Großteil der Maschen vom Rückenteil stillgelegt und den Rest vom Rücken und ein Stück vom Vorderteil Reihe für Reihe abgenommen, um die Kurve vom Rückenausschnitt hinzubekommen.

Dann habe ich für den Halsausschnitt nochmal abgenommen.

Die Kapuze ist eine wilde Mischung aus verschiedenen Kapuzenrezepten. Ich habe mir aus allen möglichen Strickzeitschriften und kostenlosen Mustern Kapuzen gesucht und die Machart verglichen. Dann hab ich einfach rumprobiert und im Zweifelsfall einfach wieder aufgeribbelt.

Nachdem die Kapuze an die Schulterenden genäht war, habe ich reihum Maschen aufgenommen und ein Bündchen angestrickt. Dann noch gewaschen und in Form gezogen und fertig war Umas Jacke.

Nachtigall ich hör Dir trapsen

Geschrieben in Gestrickt,Tücher & Schals von Rebekka am 27 April 2010

Ich bin unkreativ, was Projketnamen angeht.

Das Muster heißt Gail. Das Projekt heißt Gail. Die Wolle ist Malabrigo Baby Lace in Pearl. Nadel 4,5. Eine Wiederholung weniger, als im Muster vorgeschrieben.

Über dieses Muster gibt es tausende von Anmerkungen und mehr als einmal den Hinweis, dass es ganz schön schwierig sei. Fand ich nicht.

Seiden-Toffee-Saroyan

Geschrieben in Gestrickt,Tücher & Schals von Rebekka am 7 April 2010

Mmmmmmalabrigo. Mit Seide. Malabrigo Silky Merino ist bisher mein allerliebstes Garn von Malabrigo, weil seidenweich, zart schimmernd und nicht so zippelig dünn wie das Malabrigo Baby Lace. Gekauft bei wolltrend.de, die bedauerlicherweise Malabrigo kürzlich ausgelistet haben.

Ich mag diese Toffee-Farbe extrem gern, Karamel ist sowieso eine große Schwäche von mir. Es erinnert mich an die Kuh-Karamelbonbons auf die ich sehr scharf bin. Die Originalfarbe heißt Topaz.

Der Saroyan von Liz Abinante ist ein fantastisches Muster. Es ist spannend genug, um nicht langweilig zu sein, einfach genug, dass man nebenher reden kann und schnell genug, um meinem derzeitigen Hang nach Instant Gratification gerecht zu werden. Kostenfrei noch dazu.

Reine Strickzeit waren schätzungsweise 24 Stunden. Verstrickt wurden 2 Stränge Malabrigo Silky Merino in Topaz mit einer Nadel Nr. 5,5.

 

Update: Wolltrend.de hat wieder Silky Merino. Hurra!

Honking Schal

Geschrieben in Gestrickt,Tücher & Schals von Rebekka am 6 April 2010

Der Mann bat um einen Schal. Einen dünnen, damit es am Hals nicht zieht, aber auch nicht schwitzt. Mit einem Schlitz, durch den das eine Ende des Schals gezogen werden kann. Er durfte auch nicht zu lang sein, damit er bequem unter die Jacke passt.

Der Palindrome Scarf von Carol Sunday ist unheimlich clever: Durch unterschiedlich lange Rippen rollt sich der Schal nicht zusammen, sieht von beiden Seiten gleich aus und hat den schönen Fall von glatt rechts Gestricktem.

Der Mann wünschte sich zudem einen stylischen roten Ralleystreifen in der Mitte.

Gestrickt mit Nadel 3,5 und Rowan 4 ply Soft in den Farben sooty und honk von Wolle & Design. Über den Namen honk haben wir mehrfach herzlich gelacht und so dann auch den Schal genannt. Ich denke dabei an einen Clown mit quietscheroter Nase. Honk Honk.

Nach 12 cm habe ich den Schal geteilt und 10 cm den Schlitz gestrickt. Dann wieder zusammengefügt. Nach dem Spannen ist er ungefähr 1,50 m lang.

Das Stricken war hinreichend langweilig. Der rote Streifen war zwar eine gute Übung fürs Intarsien stricken, aber nach 10 cm war auch da die Spannung arg abgewetzt. Die letzten 40 cm waren nur noch Sklavenarbeit, insbesondere weil ich nochmal aufmachen musste. Der erste Versuch war einfach zu kurz.

Point by Point ooh Baby

Geschrieben in Gestrickt,Tücher & Schals von Rebekka am 6 Januar 2010

Point by Point wächst der Point Edge Wrap, den ich leider bis Weihnachten nicht fertig gekriegt habe. Die Spitzenborte macht Spaß, der Hauptteil ist so langsam ziemlich langweilig und ich möchte gern fertig sein. Ich kann es auch kaum abwarten, endlich zu spannen. Ich stelle mir vor, dass es dann nochmal deutlich hübscher aussehen wird. Ich mag auch die Farbunterschiede bei dem handgefärbten Wollmeise-Garn sehr, grade, wenn sie so ein bißchen diagonal sind.

Es ist jetzt auch lang genug, dass man verschiedene Tragevarianten ausprobieren kann. Zusammengefaltet als Schal geht gut, Zacken unten, Zacken oben, mit Brosche oder mit Kragen wie oben im Bild.

Inner Child ausgechannelt

Geschrieben in Gestrickt,Oberteile von Rebekka am 29 Dezember 2009

Der Inner-Child-Pullunder ist fertig gechannelt und zwar ganz ganz knapp. Am 23. Dezember hab ich abends noch die Knöpfe angenäht. Die eigentlich geplante Brusttasche hat der stilsichere Ehemann abgelehnt. Er hat auch die Farbe ausgewählt und die Knöpfe beim Ludwig Beck am Marienplatz gekauft.

Der Pullunder ist mit Rowan 4ply soft und unglaublich viel Liebe gestrickt – gell, so nennt man das doch, wenn man flucht und schimpft und droht alles aus dem Fenster zu werfen? Diese kleinen Zierpassen und Knopfleisten haben mich echt fast um den Verstand gebracht.

Passform war super, mir persönlich wäre es zu kurz gewesen. Ich hab aber auch kalte Nieren und einen langen Oberkörper. Für die Schwägerin mit ihrer petiten Figur war es optimal.

Zur Belohnung, weil ich so tapfer Weihnachtsgeschenke gestrickt habe, kaufte ich mir 6 Stränge Malabrigo – nur für MICH.

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